Wer macht die Energiewende?

China ist der größte Emittent von CO2 weltweit. Das wussten Sie wahrscheinlich schon.
Der Grund dafür ist: Wir Europäer haben seit mehr als 20 Jahren unsere „schmutzige“ Produktion dorthin verlagert. Seither haben wir die saubere Luft, die sauberen Bäche, Flüsse und Seen – und in China stehen die Dreckschleudern wie Stahlwerke, Gießereien, Galvanisieranlagen. Ohne Filter und lästige Umweltauflagen.

Was lässt Deutschland sich die Energiewende kosten?

China steckt 0,9% seines BIP, das sind 135 Milliarden US$ jährlich, in die globale Energiewende. Wir in Deutschland nur 0,8 Prozent. Sogar unser „kleiner“ Nachbar, die Niederlande, haben in dieser Hinsicht die Nase vorn. Die investieren nämlich 2,1 Prozent ihres BIP in die Umstellung auf saubere Energiegewinnung.
Da frage ich mich schon manchmal, warum wir in Deutschland immer so tun, als wären wir die großen Vorreiter der Energiewende.

Jetzt bin ich kein besonderer Freund von China. Aber ihre Anstrengungen im Klimaschutz finde ich beachtenswert. Und es gilt immer daran zu denken, dass es zum ganz großen Teil von europäischen Unternehmen für den europäischen Markt bestimmte Produkte sind, die dort den CO2-Ausstoß in die Höhe treiben.

Bis 2004 haben auch wir bei @allsafe, wie alle unsere Mitbewerber heute noch, unsere Produkte zu 100 Prozent in China herstellen lassen, sie in Containern nach Deutschland verschifft und dann hier verteilt. Dass wir dann begonnen haben, die Herstellung unserer Ladungssicherungsprodukte nach Deutschland und Europa zurückzuholen, hatte allerdings zuerst einmal andere Gründe als den Umweltschutz.

Rechnet sich die Produktion in China?

Wenn Sie ein teures Produkt entwickeln, sich in Europa die Patentrechte darauf sichern und es dann zur Produktion nach China schicken, dann hat in sechs Monaten auch Ihr Mitbewerber Ihre geniale Erfindung im Angebot. Denn die chinesischen Lieferanten werden Ihre Idee weiterverkaufen. In dieser Hinsicht gibt es dort kein Unrechtsbewusstsein. Das ist einfach so und Sie können auch nichts dagegen unternehmen.

Das zweite ist das Produktions-Know-how, das Sie ja auch zwangsläufig nach China transferieren. Mir ist irgendwann klar geworden, dass nicht ich davon profitiere, wenn ich meine chinesischen Lieferanten immer schlauer und besser mache, sondern immer nur die anderen.

Vor 18 Jahren haben wir bei allsafe deshalb damit begonnen, unsere Produktion nach Deutschland und Europa zu verlagern. Zunächst aus unternehmensstrategischen Gründen. Aber letztendlich auch, um unseren Beitrag zum globalen Umweltschutz und zur globalen Energiewende beizutragen.

Kann ich in Europa profitabel produzieren?

Es war eine extreme Herausforderung. Das Hauptproblem: Unsere Teile so umzukonstruieren, dass sie auch in Deutschland und Europa mit den deutlich höheren Lohn- und Werkzeugkosten wirtschaftlich produziert werden konnten.

Trotzdem kann ich Ihnen empfehlen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Und wenn Sie jetzt den Taschenrechner zücken, um auszurechnen, was Sie das kostet: Schauen Sie dabei auf Ihren Total Cost of Ownership! Denn bei uns hat sich tatsächlich herausgestellt: Wir konnten jede Menge „weiche“ Kosten rund um Qualitätssicherung, Reparatur, Reklamationen einsparen, nachdem es uns erst einmal gelungen war, hochqualitativ in Europa zu produzieren.

Deshalb kann ich Ihnen heute im vollen Brustton der Überzeugung sagen: Ja, Produktion in Europa ist profitabel!
Ein großartiger (Neben-) Effekt dabei, den wir ursprünglich gar nicht im Blick hatten, über den ich mich heute aber umso mehr freue: Wir haben auf diese Weise unseren globalen CO2-Abdruck sehr deutlich verringert. Wir lagern die Verantwortung für klimaschonende und energiesparende Produktion nicht mehr nach China aus. Wir sorgen hier bei uns für die Energiewende.

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